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So viel Geld fehlt in den gesetzlichen Kassen PDF Drucken E-Mail
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Montag, 21 Juli 2008

Die gesetzlichen Sozialversicherungen haben das erste Quartal 2008 mit einem hohen Defizit geschlossen. Das Statistische Bundesamt nennt die Einzelheiten und Ursachen.

(verpd) Das Defizit der gesetzlichen Sozialversicherung hat sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um rund 300 Millionen Euro beziehungsweise zehn Prozent auf 3,7 Milliarden Euro ausgeweitet. Wegen der starken unterjährigen Schwankungen der Ausgaben und Einnahmen könnten aus den Daten aber keine Rückschlüsse für das Gesamtjahr gezogen werden, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Zur gesetzlichen Sozialversicherung zählen die gesetzliche Krankenversicherung (GKV), die soziale Pflegeversicherung (SPV), die gesetzliche Unfall- und Rentenversicherung sowie die Arbeitslosen-Versicherung.

Im Berichtzeitraum standen sich den Angaben zufolge um 1,6 Prozent auf 117,8 Milliarden Euro gestiegene Ausgaben sowie um 1,4 Prozent höhere Einnahmen von 114,1 Milliarden Euro gegenüber.

Minus in der Rentenkasse fällt niedriger aus

Mit einem Anteil von rund 50 Prozent der Ausgaben und Einnahmen der Sozialversicherung hat die gesetzliche Rentenversicherung das größte Gewicht. Dank der guten konjunkturellen Entwicklung stiegen die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent, während die Ausgaben nur um 1,3 Prozent wuchsen.

Entsprechend verringerte sich das Defizit in der Rentenkasse im Berichtsquartal auf 1,3 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Minus noch 2,1 Milliarden Euro betragen.


Starker Ausgabenanstieg in der GKV

Die gute Konjunktur ließ zwar auch in der GKV die Einnahmen kräftig um 4,1 Prozent anwachsen. Die Ausgaben stiegen aber noch höher um 4,8 Prozent an.

In der GKV ist daher den Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge ein Defizit von 1,1 Milliarden Euro zu verzeichnen, nach 800 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Bundesagentur für Arbeit nach Beitragssenkung im Minus

Die Bundesagentur für Arbeit wies in den ersten drei Monaten dieses Jahres geringere Einnahmen und geringere Ausgaben aus. Auf der einen Seite wirkte die zum 1. Januar vorgenommene Beitragssenkung zur Arbeitslosen-Versicherung auf 3,3 (vorher 4,2) Prozent. Auf der anderen Seite machten sich auch hier konjunkturelle Einflüsse bemerkbar.

Im Ergebnis erhöhte sich das Defizit um rund 700 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuletzt eine weitere Absenkung der Beiträge auf 3,0 Prozent für das nächste Jahr in Aussicht gestellt.

 
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