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Versicherte wollen Wahlfreiheit statt Standardversorgung PDF Drucken E-Mail
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Mittwoch, 16 Juli 2008

Krankenversicherte wollen nach einer aktuellen Studie eindeutig mehr Optionen bei den Tarifen. Und für mehr Leistung sind sie auch zahlungsbereit.

(verpd) In der Dynamik des Gesundheitsmarktes liegen nicht nur Chancen für die private Krankenversicherung (PKV), sondern auch für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Nach einer Studie einer Unternehmensberatung wollen Kunden von Krankenversicherungen weit mehr Differenzierungen.

93 Prozent würden vom Standardangebot abweichen und Tarife mit zusätzlichen oder eingeschränkten Leistungen wählen. Und für ein Mehr an individuellen Leistungen seien sie auch bereit, mehr zu bezahlen, folgert die Studie als Ergebnis einer Umfrage unter 1.000 Erwachsenen.

Der Wunsch nach mehr Individualität und Prävention drückt sich auch im sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt aus. Die privaten Ausgaben in diesem Sektor werden in diesem Jahr auf 64 Milliarden Euro geschätzt.

Wandel vom Leistungsempfänger zum aktiven Kunden

Für die beiden Autoren der Studie, Joachim Kartte und Karsten Neumann, wollen die deutschen ein anderes Gesundheitssystem. „Die Bürger haben den Rollenwechsel von Leistungsempfängern hin zu aktiv handelnden Kunden angenommen.“

Auf der anderen Seite erweitern die Krankenversicherungen, Ärzte und Krankenhäuser ihre Angebote, etwa durch Zusatzleistungen für Selbstzahler oder Präventionsmaßnahmen.

„Die Menschen sind auf die neue Welt im Gesundheitswesen schon vorbereitet“, erklärte Kartte. Und die überwiegende Mehrheit sei auch bereit, für individuellere Leistungen tiefer in die Tasche zu greifen.

Wichtigster Ansprechpartner bleibe der Hausarzt, der einen Vertrauensvorsprung genieße, der weit über die medizinische Betreuung hinausgehe, erklärte Neumann.


Wunsch nach mehr Prävention und Beratung

Der Umfrage zufolge wünschen sich die meisten Versicherten eine stärkere Förderung der Prävention. 83 Prozent sind der Ansicht, dass der Gesetzgeber finanzielle Anreize schaffen sollte, um die Gesamtkosten des Gesundheitssystems zu senken.

81 Prozent würden danach Präventionspakete in Arztpraxen wahrnehmen. Für eine Koppelung von Krankenkassenbeitrag an einer gesunden Lebensführung plädieren 61 Prozent.

Von den Krankenkassen werden mehr Serviceleistungen erwartet. Hier geht es um die Beratung in Gesundheitsfragen und Hinweise auf geeignete Behandlungs-Möglichkeiten.

Höhere Wachstumsraten im zweiten Gesundheitsmarkt

Während die Ausgaben am Gesundheitsmarkt der Studie zufolge jährlich um etwa vier Prozent steigen, ist der Selbstzahlermarkt durch höheres Wachstum gekennzeichnet.

So wuchsen etwa der Markt für Bio-Lebensmittel um 13,4 Prozent und der für Fitness und Wellness um 5,8 Prozent. Wachsen werde auch der Markt für Gesundheitsreisen, bei denen Reisveranstalter Zuschüsse von Krankenkassen erhalten.

Der Selbstzahlermarkt sei wesentlich durch Präventionsleistungen geprägt und trage schon heute zur Finanzierung des Gesundheitssystems bei, heißt es in der Studie.

 

 
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