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Arbeitslosigkeit führt in Europa zu hoher Armutsgefährdung PDF Drucken E-Mail
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Mittwoch, 16 Juli 2008

In Deutschland wird viel über drohende Armut und ein Abrutschen in die Altersarmut diskutiert. Im europäischen Vergleich steht das Land aber nicht schlecht da, wie das Statistische Amt ermittelte.

(verpd) Die Armutsgefährdung ist in Deutschland nicht so stark ausgeprägt wie in der gesamten Europäischen Union. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) jetzt auf Basis einer EU-weiten Umfrage mitteilte, waren in Deutschland unter Einbeziehung der Sozialleistungen 13 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. In der EU sind es 16 Prozent.

Diese Gefährdung nimmt aber bei Arbeitslosigkeit dramatisch zu: In Deutschland sind 43 Prozent der Arbeitslosen armutsgefährdet. Für die 25 EU-Mitgliedsstaaten wurde hier ein Wert von 41 Prozent und für die Euro-Zone einer von 38 Prozent errechnet.

Als Armutsschwelle gilt in einem Land ein Wert von 60 Prozent des mittleren Jahreseinkommens. In Deutschland liegt diese Grenze für eine allein lebende Person bei 9.370 Euro. Für die gesamte EU erreicht dieser Grenzwert 8.368 Euro. Für die im Mai 2004 neu beigetretenen zehn Mitgliedsländer ergibt sich auf der 60 Prozent-Basis nur ein Durchschnittseinkommen von 2.132 Euro im Jahr.

Befragt wurden europaweit rund 200.000 Haushalte. Die Einkommensdaten beziehen sich auf das Jahr 2005, so dass sich der dann folgende wirtschaftliche Aufschwung in dem Bericht nicht widerspiegeln kann.

Erwerbstätige weniger stark von Armut bedroht

Die erwerbstätige Bevölkerung in Deutschland ist den Angaben des Statistischen Amtes zufolge im Vergleich zu EU insgesamt weniger stark armutsgefährdet. So ist in Deutschland nur jeder Zwanzigste im Alter ab 16 Jahren trotz Erwerbstätigkeit armutsgefährdet.


Deutlich höher liegt dieses Risiko in der ganzen EU mit acht Prozent und speziell in den zehn neuen EU-Ländern mit neun Prozent.

Dass das generell Armutsrisiko in Deutschland nur bei 13 Prozent liegt, ist den Sozialtransfers zu danken. Ohne diese staatlichen Finanzhilfen läge das Risiko bei 26 Prozent, wie der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Olaf Scholz (SPD), bei der Vorlage des „Dritten Armuts- und Reichtumsberichtes der Bundesregierung“ mitgeteilt hatte.

Keine höhere Armutsgefährdung bei über 65-jährige

In Deutschland bleibt die Armutsgefährdungsquote für 65-Jährige und Ältere mit 13 Prozent auf dem Niveau der Gesamtbevölkerung. In der EU und in der Euro-Zone liegt dieser Wert mit 19 Prozent allerdings deutlich über den jeweiligen Gesamtwerten.

Klammert man die Sozialtransfers aus ergibt sich für die Gruppe der über 65-jährigen ein Wert von 15 Prozent, der deutlich unter den 26 Prozent der Gesamtbevölkerung liegt. „Altersarmut ist kein aktuelles Problem“, stellte das Arbeitsministerium fest.

 

 
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