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Montag, 02 Juni 2008

Trotz des politischen Streits über den Sinn einer Riester-Rente für Geringverdiener setzen immer mehr auf eine staatlich geförderte Altersvorsorge, wie aktuelle Statistiken zeigen.

(verpd) Die Anzahl der Zulagenempfänger bei der Riester-Rente mit unterdurchschnittlichem oder geringem Einkommen an der Gesamtzahl der Zulagenempfänger ist nach Angaben des Bundesfinanz-Ministeriums (BMF) überproportional hoch (Bundestagsdrucksache 16/9243). Im ersten Quartal 2008 stiegen die Vertragszahlen der Riester- und Basis-Renten sowie die Zahl der Riester-Fondssparpläne nach Angaben der Branchenverbände kräftig an.

Unter Berufung auf vorläufige Daten der Zentralen Zulagestelle für Altersvermögen (ZfA) erklärte das Ministerium in Beantwortung einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion, der Anteil der Zulagenempfänger mit einem Jahres-Einkommen von bis zu 10.000 Euro erreiche rund 20 Prozent.

Zudem sei festzustellen, dass sich die geförderte betriebliche Altersvorsorge gerade in Branchen ausbreite, in denen überproportional viele Geringverdiener beschäftigt seien.

Kritiker hatten den Nutzen der Riester-Rente für Geringverdiener in Zweifel gezogen, da diese Personengruppe im Alter leicht auf das Grundsicherungsniveau absinken könnte und ihre Riester-Renten gegengerechnet würden.


Riester-Sparer profitieren vom Kinderzuschuss

Die Riester-Rente ist nach Einschätzung des BMF aufgrund der einkommensunabhängigen Zulagenförderung für Geringverdiener besonders lukrativ. Diese Personengruppe erziele häufig Förderquoten, die über 90 Prozent lägen.

Zudem mache sich die ab 2008 deutlich verbesserte Kinderzulage bemerkbar. Die Zulage steigt für ab 1. Januar 2008 geborene Kinder auf 300 Euro. Die alte Kinderzulage beträgt 185 Euro.

Ein künftiger Riester-Sparer mit zwei Kindern erhalte demnach allein aufgrund der Kinder einen staatlichen Zuschuss von etwa 12.000 Euro, erklärte das Ministerium. Dabei wurden ein Kindergeldbezug bis zum 20. Lebensjahr unterstellt und Zinserträge nicht berücksichtigt.

Nur jeder Dritte verdient mehr als 30.000 Euro

Nach den ZfA-Daten zur Einkommensstruktur der Zulagenempfänger lag im Jahr 2006 der Verdienst jedes zehnten Riester-Sparers über 50.000 Euro im Jahr. Über ein durchschnittliches Einkommen von 30.000 Euro kam insgesamt nur etwa jeder dritte Riester-Sparer.

Bis Ende 2007 hatten rund 10,7 Millionen Bürger einen Riester-Vertrag geschlossen. Der Anteil der Zulagenempfänger mit einem Einkommen von bis zu 30.000 Euro liege durchgängig bei rund zwei Dritteln der Gesamtzahl der Zulagenempfänger, erklärte das Ministerium weiter.

Mehr Geringverdiener mit betrieblicher Altersvorsorge

Einen weiterhin positiven Trend sieht das BMF in der Entwicklung der betrieblichen Altersvorsorge, zumal die Beitragsfreiheit bei der Entgeltumwandlung unbefristet fortgeführt werde.

Gerade in Branchen mit überproportional vielen Geringverdienern breite sich die betriebliche Altersvorsorge aus. Das BMF verwies hier beispielhaft auf den Groß- und Einzelhandel, wo im Durchschnitt über 50 Prozent der Beschäftigten einen betrieblichen Altersvorsorgevertrag abgeschlossen hätten. Bei einem Drittel der Unternehmen liege dieser Anteil sogar über 70 Prozent.

Zuwachs bei Riester- und Basis-Renten

Im ersten Quartal 2008 wurden nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) 457.400 neue Riester-Versicherungspolicen abgeschlossen, was den Angaben zufolge einem leichten Rückgang von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Der Gesamtbestand wird mit 8,5 Millionen angegeben.

Auch bei den Riester-Fondssparplänen ging es zwischen Januar und März dieses Jahres um 108.400 Verträge bergauf. Insgesamt konnte damit der Gesamtbestand auf mehr als zwei Millionen Verträge ausgebaut werden, teilt der Bundesverband Investment und Asset Management e.V. mit.

Die Zahl der Basis-Renten stieg auf 620.000 an (Stand 30. März 2008). Im ersten Quartal gab es mit 67.900 Neuabschlüsse eine Steigerung um 30,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, teilt der GDV mit.

 

 
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