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Gesundheitssystem muss sich der Demografie anpassen PDF Drucken E-Mail
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Donnerstag, 03 April 2008
 

In der Pflege ist der demografische Wandel schon heute spürbar, erklärte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt auf einer Fachveranstaltung – und wie man diesem Umstand künftig Rechnung tragen kann.

Die von der großen Koalition auf den Weg gebrachte Pflegereform hat nach Ansicht von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) die soziale Pflegeversicherung (SPV) an die neuen Realitäten in der Gesellschaft angepasst.

„Wir müssen uns mit der Frage beschäftigen, wie sich unser Gesundheitssystem in einer Gesellschaft des längeren Lebens verändern muss“, sagte Schmidt anlässlich eines Pflegesymposiums einer Krankenkasse in Berlin. Die Ministerin habe dazu beim Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen ein entsprechendes Sondergutachten in Auftrag gegeben.

Fakten zum demografischen Wandel

Den zu erwartenden Wandel machte Schmidt an einigen wenigen Fakten überdeutlich: Ein Drittel der heute 50-Jährigen sei kinderlos, was für einen möglichen späteren Pflegefall und die damit verbundene Betreuung gravierende Konsequenzen haben werde.

Neue Wohngemeinschaften könnten dabei ein Weg sein. Auch sei damit zu rechnen, dass mit der alternden Gesellschaft unter den hochbetagten über 80-Jährigen eine Pflegequote von 30 bis 35 Prozent zu erwarten sei.

Die notwendigen Finanzmittel müssten dann zur Verfügung stehen, sagte Schmidt. Die ab 1. Juli wirksam werdende Pflegereform – der Bundesrat dürfte am 25. April noch seine abschließende Zustimmung geben – sichert die Finanzen allerdings nur bis zum Jahr 2015.

Auf den Aufbau einer Demografiereserve in der SPV hatten sich Union und SPD jedoch nicht verständigen können.


Das eigene Alter vorausplanen

Mehr als 95 Prozent der Bundesbürger möchten in ihren eigenen vier Wänden alt werden, wie Professorin Christel Bienstein vom Institut für Pflegewissenschaften an der Universität Witten/Herdecke ausführte. „Eine gute Vorausplanung für sein eigenes Alter ist inzwischen für jeden Bürger unerlässlich.“

Das Lebens- und Wohnumfeld müsse sich auf Veränderungen der Sinnesfunktionen, der Beweglichkeitsverluste sowie eventuell nachlassender Gedächtnisfunktion einrichten lassen, damit ein Verbleiben im eigenen vertrauten Wohnumfeld möglich bleibe.

Besonders die Zunahme präventiver Hausbesuche durch Pflegeexperten könnte einen guten Beitrag leisten. Auch seien wohnortnahe Beratungsangebote erforderlich, sagte Bienstein.

Ministerin Schmidt äußerte sich in diesem Zusammenhang überzeugt, dass sich die geplanten Pflegestützpunkte als ortsnahe zentrale Anlaufstellen „zu einem Renner“ entwickeln würden. „Wir müssen die Pflege dahin bringen, wo die Menschen leben“, sagte Schmidt.

 
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