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Geringe Zahlungsmoral bei GKV-Rückkehrern PDF Drucken E-Mail
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Freitag, 28 März 2008

Unter den Rückkehrern in die gesetzliche Krankenversicherung befinden sich offenbar viele schwarze, zahlungsunwillige Schafe. Im Bereich der privaten Krankenversicherung fehlen derzeit noch die Daten.

(verpd) Unter den Rückkehrern in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) herrschte Medienberichten zufolge eine geringe Zahlungsmoral, so dass einzelne Kassen bereits Alarm schlagen.

Belastbare Zahlen liegen dem Bundesgesundheits-Ministerium nicht vor, wie eine Sprecherin in Berlin sagte. Fakt sei aber, dass je später man sich rückmelde, umso höher die fälligen Nachzahlungen ausfielen.

Im Bereich der GKV gilt seit dem 1. April 2007 Versicherungspflicht für diejenigen, die dem GKV-Bereich zuzurechnen sind. Dies bedeutet aber zugleich, dass ab dem 1. April auch Beitragspflicht besteht mit der Folge, dass bei „Spätrückkehrern“ bereits eine erhebliche Nachzahlungssumme aufgelaufen ist.

Im Bereich der privaten Krankenversicherung (PKV) ist die Lage anders. Die Versicherungspflicht gilt erst ab dem 1. Januar 2009 für den Personenkreis, der der PKV zuzurechnen ist. Derzeit besteht lediglich ein Aufnahmerecht.

75 Prozent der Rückkehrer im Zahlungsverzug

Alarm schlug eine Krankenkasse, deren Chef in einem Schreiben an das Gesundheits-Ministerium sowie die beiden Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD auf eine besorgniserregende Entwicklung aufmerksam machte. „Eine Motivation zu Beitragszahlung ist nicht erkennbar.“

Von den 1.119 Rückkehrern schuldeten drei Viertel Beiträge im Umfang von bereits zwei Millionen Euro.

Eine weitere Krankenkasse bezifferte die Ausfälle bei rund 4.000 Rückkehrern auf 30 Prozent. „Tendenz steigend. Ein großer Wurf war die Rückkehrmöglichkeit damit nicht“, ließ ein Kassensprecher verlauten.


Entwicklung bei der PKV bleibt abzuwarten

Dem PKV-Verband liegen nach eigenen Angaben keine Daten über Rückkehrer mit Zahlungsverzug vor. Bis Ende Februar habe es auch gerade einmal 3.600 Rückkehrer gegeben, sagte ein PKV-Sprecher, 300 mehr als noch Ende 2007. Bei der GKV liegt die Zahl bei gut 100.000.

Befürchtungen über mögliche Zahlungsausfälle gebe es aber auch bei der PKV. Allerdings sei derzeit noch eine Kündigung möglich, wenn ein Versicherter nicht zahle, sagte der Sprecher.

Dies komme aber einem „Drehtüreffekt“ gleich, da solche Kunden ein Aufnahmerecht hätten, wenn auch dann bei einer anderen privaten Krankenversicherung. Eine Kündigung sei erst ab dem 1. Januar kommenden 2009 ausgeschlossen, wenn auch im PKV-Bereich Versicherungspflicht bestehe.

 
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