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Donnerstag, 13 März 2008

Breites Mittelmaß bietet das deutsche Gesundheitssystem im europäischen Vergleich. Aber es gibt auch rühmliche Ausnahmen, sogar innerhalb Deutschlands.

(verpd) Die Beratungsgesellschaft für angewandte Systemforschung (Basys) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit die Gesundheitssysteme in 25 Ländern der EU untersucht und miteinander verglichen. Der aktuell veröffentlichte Bericht zeigt im Zehnjahresvergleich von 1994 bis 2004, wie sich die Systeme entwickelt haben. Danach ist das deutsche Gesundheitssystem in den meisten Fällen weder herausragend noch besonders schlecht.

Mit 2.608 Euro lag Deutschland 2004 auf dem vierten Platz bei den Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben, die im Durchschnitt 2.318 Euro betragen, wenn man die 15 bis einschließlich 2003 zur EU gehörenden Länder betrachtet. Die zehn nach diesem Zeitpunkt hinzugekommenen Mitgliedsländer geben durchschnittlich nur 851 Euro für die Gesundheit ihrer Bürger aus.

Deutliche Unterschiede zwischen Ost und West

Einen Spitzenplatz nimmt Deutschland beim Vergleich des Wachstums der Gesundheitsausgaben pro Kopf von 1994 bis 2004 ein. Nur in Italien war der Anstieg noch geringer.

Dabei war der Zuwachs in den alten Bundesländern niedriger als in den neuen. Die Gesundheitsausgaben-Quote am Bruttoinlandsprodukt betrug in Deutschland im Jahr 2004 10,6 Prozent, genauso viel wie in Frankreich. Mit 10,2 Prozent folgt Österreich.

Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland – in Westdeutschland ist die Quote mit 10,1 Prozent deutlich niedriger.


Der EU-15-Durchschnitt beträgt hier 9,5 Prozent, der EU-25-Durchschnitt 9,2 Prozent – bei 6,9 Prozent in den neuen Mitgliedsstaaten. Am niedrigsten ist die Gesundheitsausgaben-Quote mit 5,5 Prozent in Estland.

Angleichung der Werte

Die Lebensverhältnisse und damit auch die Indikatoren im Gesundheitswesen haben sich in dem Zehn-Jahres-Zeitraum in den EU-15-Ländern weiter angeglichen. Deutschland ist dabei im Mittelfeld.

Neugeborene haben in Frankreich, Spanien, Schweden und Italien eine weit überdurchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt wegen unterdurchschnittlicher Säuglingssterblichkeit, während Deutschland zusammen mit Österreich und Finnland gerade das Mittelfeld erreicht. Die höchste Säuglingssterblichkeit hat Großbritannien zu verzeichnen.

Auch bei den Pro-Kopf-Ausgaben für stationäre und ambulante Behandlung sowie für Arzneimittel rangiert die Bundesrepublik ebenso wie Belgien im Mittelfeld. Dafür nimmt das westliche Nachbarland eine Spitzenposition bei der Versorgung mit Ärzten, Langzeit- und Akutbetten ein, während die deutsche Versorgungsdichte mit Zahnärzten, Krankenschwestern und Apothekern im europäischen Schnitt liegt.

Gesunder deutscher Süden

Die Studie hat auch die Gesundheitsverhältnisse in den deutschen Bundesländern miteinander verglichen. Bei der Lebenserwartung sind Baden-Württemberg und Bayern Spitze. Sachsen-Anhalt, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern bilden die Schlusslichter. Generell schneiden hier die alten Bundesländer besser ab als die neuen.

Dagegen gibt es in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein die wenigsten Akutbetten, in Bremen, Saarland und Thüringen die meisten. Entsprechend sind die Pro-Kopf-Ausgaben für den stationären Betrieb in Bremen und dem Saarland am höchsten.

Die drei Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg haben die höchste Arztdichte; Brandenburg, Rheinland-Pfalz und das Saarland die geringste.

 
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