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Wenn Rentner noch leben, obwohl kein Geld mehr da ist PDF Drucken E-Mail
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Donnerstag, 13 März 2008

Gedanken über eine optimierte Altersvorsorge müssen sich nach einer aktuellen Studie auch die Menschen machen, die unmittelbar vor dem Renteneintritt stehen, zumal ihr Planungshorizont leicht über 20 Jahre liegen kann.

(verpd) Es gehört schon weit mehr als ein Funken Sachverstand dazu, im nahenden Renteneintrittsalter die eigene Vorsorge zu optimieren. Eine neue Studie vom Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) stellt dabei Leibrenten und Entnahmepläne auf den Prüfstand.

In Abwägung einer nüchternen Chancen- und Risikoabwägung empfiehlt sich letztlich eine Kombination aus Leibrente für die monatliche Grundsicherung und flexiblen Entnahmeplänen, die Zugriff auf das eigene Vorsorgevermögen ermöglichen, wie Professor Raimond Maurer vor der Presse in Berlin erläuterte.

Maurer und Ivica Dus, beide von der Frankfurter Goethe Universität, sind die Autoren der DIA-Studie „Finanzierung des Ruhestands: Leibrenten und/oder Entnahmepläne“. DIA-Sprecher Bernd Katzenbach sagte, es gelte für die jungen Alten, intelligente Lösungen zu finden.

Risiken richtig einschätzen

Bei den Planungen für die Rentenphase müsse man zunächst versuchen, die Risiken für seine Lebensumstände möglichst genau abzuschätzen, führte Maurer zu seinen Untersuchungen aus.


Welchen Investmenthorizont bis zum Lebensende traut man sich zu, soll ein (Rest-) Vermögen vererbt werden, wie sehen die Investment-Renditen aus, welche Inflationsrate sollte unterstellt werden – das seien entscheidende Fragen.

Ein realer Wert von heute 1.000 Euro verliert bei einer angenommen Inflationsrate von nur 2,5 Prozent jährlich in 15 Jahren 310 Euro (realer Restwert 690 Euro). Bei einer Teuerung von drei Prozent und einem Zeithorizont von 25 Jahren hat sich der Wert schon mehr als halbiert (Restwert 478 Euro), wie Maurer anhand von Beispielen verdeutlichte.

Finanziell handlungsfähig bleiben

Der Studie zufolge gehören die Schwächen, die bei einer Leibrente zu berücksichtigen sind, zu den Stärken eines Entnahmeplans, was aber auch umgekehrt gilt. Maurer selbst plädiert für einen Mix, wobei aber die wissenschaftlichen Studien derzeit noch keinen schlüssigen Königsweg aufzeigen.

Leibrenten – wie etwa die Gesetzliche Rentenversicherung – bieten garantierte lebenslange Zahlungen und damit Schutz vor finanziellen Folgen unerwarteter Langlebigkeit. Vorteilhaft sind auch sogenannte Überlebensgewinne (Survival Credit), die in einer Solidargemeinschaft zwar zu höheren Ausschüttungen führen, im Todesfall die eigenen Guthaben aber in der Regel an die Solidargemeinschaft verfallen.

Für Maurer sind Leibrenten vor allem zur Sicherung des grundlegenden Lebensstandards (Miete, täglicher Lebensbedarf) wichtig. Allerdings bieten Leibrenten wenig Flexibilität etwa für einen plötzlich auftretenden Kapitalbedarf. Und bei einer plötzlichen negativen Neueinschätzung der Lebenserwartung besteht keine Ausstiegschance.

Vorteile und Nachteile des eigenen Geldes

Bei Investmentfonds-Entnahmeplänen gilt das Individualprinzip: Das eigene Geld geht nicht in ein Kollektiv, sondern bleibt je nach Anlageform mehr oder weniger kurzfristig frei verfügbar.

Zu den Vorteilen zählt Maurer etwa die Vererbungsmöglichkeit, die für viele Menschen sehr wichtig sei, und eine höhere Flexibilität, da Entnahmepläne sehr flexibel gestaltet werden könnten.

Die Nachteile sieht die Studie im Langlebigkeitsrisiko (das heißt, der Rentner lebt noch, aber es ist kein Geld mehr da), im Kapitalmarktrisiko und in den gegenüber einer Leibrente in der Regel geringeren Zahlungen, da der Faktor Survival Credit fehlt.

Angesichts der hohen Komplexität und der individuell stark unterschiedlich ausgeprägten Ansprüche wird gute fachliche Beratung letztlich unumgänglich.

 
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