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Die Ärmsten im Alter sind arbeitslos oder selbstständig PDF Drucken E-Mail
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Donnerstag, 13 März 2008

Eine aktuelle Studie zeigt auf, wie sich das Einkommen im Ruhestand auf die gesetzliche Rente sowie auf die betriebliche oder private Altersvorsorge verteilt.

Die Studie „Altersvorsorge in Deutschland 2005“ (AVID 2005), eine Untersuchung von TNS Infratest Sozialforschung, die die Deutsche Rentenversicherung Bund jetzt vorgelegt hat, offenbart eine Rückbesinnung auf bewährte sozialpolitische Vorgaben, bietet aber auch unerwartete Einblicke in die reale Altersvorsorge-Situation.

Das Drei-Säulen-System der Alters- und Hinterbliebenenvorsorge, das in der Kurzfassung der Studie besonders gewürdigt wird, ist inzwischen 40 Jahre alt.

Drei-Säulen-System von 1968...

Schon 1968 wollte die Bundesregierung damit die „engen funktionellen Beziehungen von öffentlichen und privaten Vorsorgeleistungen“ mit den Erfordernissen einer „modernen Sozialpolitik“ aufzeigen.

Das gedeihliche Miteinander von gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge hat 1973 auch Bundesarbeitsminister Walter Arendt (SPD) auf einer Mitgliederversammlung des einstigen Verbandes der Lebensversicherungs-Unternehmen – heute Teil des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) – beschworen.

...wird unverändert praktiziert

Die Rolle, die die gesetzliche Rentenversicherung seinerzeit spielte, kommt ihr noch immer zu. „Die gesetzliche Rente bleibt wichtigstes System der Alterssicherung“ lautet denn auch die Überschrift der neuen Rentenversicherungs-Studie.

Danach haben über 95 Prozent der Westdeutschen und nahezu 100 Prozent der Ostdeutschen der Geburtsjahrgänge 1942 bis 1961 Ansprüche auf eine gesetzliche Rente. Daneben können rund 40 Prozent aller Männer und etwa 30 Prozent aller Frauen auch eine Betriebsrente erwarten.


Mehr als die Hälfte aller Personen sorgt zusätzlich privat vor. Vor allem in den neuen Bundesländern hat sich der Anteil der Personen erhöht, die neben einer gesetzlichen Rente im Alter eine Betriebsrente oder Leistungen aus der privaten Vorsorge beziehen.

Die gesetzliche Rente als Basis

Diese Struktur der Alterssicherung in Deutschland entspricht weitgehend den groben Angaben, die der GDV dazu macht.

Danach beruhte die Altersicherung im Jahr 2004 zu 80 Prozent auf der gesetzlichen Rente. Weitere fünf Prozent steuerte die betriebliche Altersvorsorge bei. Die restlichen 15 Prozent stammten von der privaten Vorsorge.

Selbstständige sorgen ungenügend vor

Die AVID 2005 bietet aber auch Ergebnisse, die auf den ersten Blick überraschen. So korrelieren zum Beispiel niedrige Alterseinkünfte mit einer geringfügigen Beschäftigung, mit Arbeitslosigkeit, aber auch mit langen Jahren der Selbstständigkeit.

Diese Bevölkerungsgruppen haben auch „weitaus seltener“ als Normalbürger Ansprüche auf betriebliche oder private Vorsorgeleistungen. Eine Ausnahme bestätigt auch in dieser Studie die Regel: Der Anteil der Personen mit Riester-Renten ist im Niedrigeinkommensbereich größer als bei Personen mit höheren Alterseinkommen.

Jung wie alt im Westen kommen gut weg

Die 20 Geburtsjahrgänge, die die AVID inzwischen umfasst, erlauben darüber hinaus einen Vergleich der Anwartschaften von rentennahen Jahrgängen mit denen jüngerer Altersgruppen.

Demnach sind in den alten Bundesländern die Anwartschaften der Jüngeren und der Älteren im Schnitt ähnlich hoch. Bei den Frauen stellen sich die Jüngeren im Schnitt sogar um acht Prozent besser als die rentennahen Jahrgänge.

In den neuen Bundesländern ist das nicht so. Dort liegen die Anwartschaften der Älteren deutlich über denen der Jüngeren. Doch könnten die Jüngeren dieses Manko durch höhere Anwartschaften aus betrieblicher und privater Vorsorge sowie aus der Beamtenversorgung weitgehend ausgleichen.

Arbeitsmarktsituation entscheidend

Um die Anwartschaften der Geburtsjahrgänge 1942 bis 1961 zum Zeitpunkt des Rentenbeginns zu ermitteln, wurden die Biografien bis zur Vollendung des 65 Lebensjahres fortgeschrieben.

Dabei sei für diese Projektion natürlich die künftige Entwicklung des Arbeitsmarktes von erheblicher Bedeutung, versichert die Deutsche Rentenversicherung Bund.

Daher bietet die Studie neben einem Basis-Szenario, das die derzeitig ungünstige Arbeitsmarktsituation – insbesondere in den neuen Ländern – fortschreibt, auch eine Variantenrechnung. Diese beruht auf einer besseren Arbeitsmarktentwicklung. Dabei ergeben sich deutlich günstigere Rentenanwartschaften.

 
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