| Großes Interesse an Zusatzversicherungen |
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| News - Neues aus der Versicherungswelt | |
| Dienstag, 11 März 2008 | |
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Das Vertrauen der Bevölkerung in das Gesundheitssystem nimmt ab. Deshalb stehen die Deutschen privater Gesundheitsvorsorge aufgeschlossen gegenüber, wie die Befragung eines Finanzdienstleisters zeigt. (verpd) Jeder zweite Bundesbürger schätzt, dass sich die Gesundheitsversorgung in den letzten Jahren verschlechtert hat. Auch für die Zukunft sehen die Deutschen eher schwarz.Das sind die Ergebnisse des Gesundheitsreportes eines Finanzdienstleisters, für den rund 1.900 Bundesbürger ab 16 Jahren vom Institut für Demoskopie Allensbach repräsentativ befragt wurden. Ein halbes Jahr nach Einführung der jüngsten Gesundheitsreform, die zum 1. April in Kraft getreten ist, zeigt die Erhebung, dass weiten Teilen der Bevölkerung die Inhalte der Reform selbst und auch die Auswirkungen unbekannt sind. 95 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nur ungefähr Bescheid oder sehr wenig Konkretes wissen. Von den Plänen zum Gesundheitsfonds beispielsweise hat nur gut die Hälfte schon mal etwas gehört und wenn, dann ist das Wissen nur sehr bruchstückhaft. Zufriedenheit ist noch hochInsgesamt, so das Ergebnis der Studie, ist die Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen zwar noch hoch. So urteilen zwei Drittel der Befragten, dass das System in Deutschland gut oder sehr gut sei. Dennoch wird ein Abwärtstrend in der Versorgung in den letzten zwei bis drei Jahren beobachtet. 56 Prozent gaben an, dass sich die Versorgung verschlechtert habe. Mehr als drei Viertel sind zudem skeptisch, ob es der Politik gelingt, langfristig eine gute Versorgung für alle Versicherten sicher zu stellen. Steigende Kosten machen die meisten SorgenDie größten Befürchtungen betreffen steigende Kosten. 84 Prozent vermuten, dass in den nächsten zehn Jahren die Beiträge immer weiter ansteigen, beziehungsweise dass sich die Zuzahlungen für Medikamente weiter erhöhen werden (81 Prozent). Weitere Sorgen machen der Trend zur Zwei-Klassen-Medizin (78 Prozent), erneute Reformen (74 Prozent) sowie Einschränkungen im Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen (72 Prozent). Kaum jemand wählt WahltarifeInteressant sind auch die Ergebnisse im Hinblick auf die Wahltarife der Krankenkassen. 61 Prozent haben demnach noch gar kein Angebot ihrer Kasse bekommen. 23 Prozent wurden informiert, aber nur drei Prozent haben die Wahlmöglichkeit in Anspruch genommen. „Daraus ergibt sich für die Kassen, dass sie aktiver werden und ihren Kunden die neuen Möglichkeiten auch nahebringen müssen“, so Köcher. Denn das Interesse vor allem am Hausarzttarif (52 Prozent), an der Integrierten Versorgung (45 Prozent) sowie an Tarifen, die die Nichtinanspruchnahme von Leistungen honorieren (37 Prozent), ist hoch. Viele fühlen sich nur mangelhaft abgesichert33 Prozent der Bevölkerung insgesamt oder 36 Prozent der gesetzlich und 12 Prozent der privat Versicherten sehen Lücken in ihrer Versorgung. Dabei geht es vor allem um Zahnbehandlungen, Brillen und Heilpraktiker-Leistungen. Entsprechend hoch ist das Interesse an privaten Krankenzusatz-Versicherungen. 40 Prozent der Befragten wollen eine (weitere) Zusatzversicherung abschließen. Die Wenigsten wollen zu privaten Anbietern wechselnInsgesamt dominiert die Auffassung, dass private Krankenversicherungen den besseren Schutz bieten (64 Prozent). Dennoch besteht keine große Neigung, komplett zu einem privaten Anbieter zu wechseln. Nur 22 Prozent würden gern wechseln, 59 Prozent ziehen es vor, in der gesetzlichen Versicherung zu bleiben. Bei Befragten, die sich nicht ausreichend abgesichert fühlen, sind immerhin 34 Prozent wechselwillig. Der Hauptgrund, nicht in die Privatversicherung zu wechseln, ist die Befürchtung, die Beiträge nicht bezahlen zu können (67 Prozent). Vor allem wird befürchtet, als Rentner (54 Prozent) oder bei einer Einkommens-Verschlechterung (39 Prozent) mit den Beiträgen überfordert zu sein. Auch die Tatsache, dass Geld beim Arzt vorzuschießen ist, schreckt viele Befragte ab (46 Prozent). Im Kern an den Problemen vorbeigegangenAus den Ergebnissen folgert der Finanzdienstleister, der die Befragung in Auftrag gegeben hat, dass die Politik bislang keine ausreichende Antwort auf die Folgen des demografischen Wandels und der steigenden Kosten durch technischen Fortschritt gefunden hat. „Die Gesundheitsreform ist im Kern an den eigentlichen Problemen vorbeigegangen beziehungsweise hat sie in die Zukunft vertagt“, erklärt ein Sprecher des Finanzdientsleisters. Kostenexplosion durch Alterung der GesellschaftBisherige Reformen hätten nichts oder nur wenig an den steigenden Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung ändern können. Fehlendes Kostenbewusstsein und fehlender Wettbewerb würden die Kostendynamik noch beschleunigen. Der Kostenexplosion durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung – für einen Rentner müssen in der Regel drei Mal so viele Gesundheitsleistungen (3.768 Euro pro Jahr) wie für einen Erwerbstätigen (1.335 Euro) erbracht werden – stünden die Kassen weitgehende hilflos gegenüber. Bürger müssen selbst vorsorgenDaher gehe an einer zunehmenden Eigenverantwortung und an mehr Wettbewerb kein Weg vorbei. Jeder Bürger könne und müsse selbst entscheiden, welche privaten Zusatzleistungen er aufgrund des abgespeckten Leistungskatalogs der gesetzlichen Versicherung benötige. Was den Wettbewerb betrifft, würde der aufgrund des einheitlichen Kassenbeitrags ab 2009 eher eingedämmt als gefördert. „Unterschiede gibt es nur noch durch den Zusatzbeitrag“, so der Sprecher weiter. |
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