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Bis zu 40 Prozent weniger Unfalltote durch Kfz-Elektronik PDF Drucken E-Mail
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Freitag, 14 März 2008

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft fordert eine pflichtweise Ausstattung aller Neuwagen mit einem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP). Wie viele Fahrzeuge bereits damit ausgestattet sind.

(verpd) Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) moniert die geringe Ausstattungsquote von Kleinwagen mit einem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) und fordert eine ESP-Pflicht für alle Neuwagen.

ESP ist vor allem in Zusammenhang mit dem Elchtest bekannt geworden, dem die erste Mercedes A-Klasse Mitte der 1990er-Jahre zum Opfer fiel. Ab 1997 stattete Mercedes alle A-Klasse-Fahrzeuge mit der Technik aus, die ein Schleudern des Fahrzeugs in Kurven und damit unkontrollierbare Unfallsituationen verhindern kann.

Nur Audi und Mercedes durchgängig mit ESP

Dafür ist Mercedes heute einer der wenigen Hersteller, die durchgängig vom Kleinwagen bis zur Oberklasse das ESP serienmäßig einbaut, wie eine Übersicht auf der vom GDV eingerichteten Seite Unfallforschung der Versicherer zeigt.

Unter den deutschen Autoherstellern hat nur noch Audi keine Fahrzeuge mehr ohne ESP im Angebot. Bei allen anderen Marken sowie bei den meisten ausländischen Fabrikaten gibt es Lücken im Programm. Teilweise wird ESP als aufpreispflichtiges Extra mit teilweise geradezu abschreckend hohen Preisen von bis zu 650 Euro (Honda Jazz 1.4 Style), teilweise auch gar nicht angeboten.


Kleinwagen und Nutzwagen ohne Schutz

Betroffen davon sind vor allem Kleinwagen sowie Fahrzeuge der Marken Chevrolet, Dacia, Daihatsu, Fiat, Subaru und Suzuki, schreibt der GDV. Auch kleine Nutzfahrzeuge wie zum Beispiel VW Caddy oder Citroën Berlingo werden ohne den Schleuderverhinderer verkauft.

Insgesamt hat der GDV 279 Modellreihen mit rund 1.800 Modellen untersucht, die von 38 verschiedenen Autoherstellern in Deutschland zum Kauf angeboten werden. Der Ausstattungsgrad hat danach gegenüber dem Vorjahr von 58 auf 64 Prozent zugenommen, aber das ist dem GDV immer noch deutlich zu wenig.

Gute Erfahrungen im Ausland

Der Grund: Der GDV hält 25 Prozent aller Pkw-Unfälle mit Personenschäden sowie 35 bis 40 Prozent aller Unfälle mit Todesopfern für vermeidbar oder zumindest „positiv beeinflussbar“. Die Grundmenge dazu sind immerhin 37.000 jährliche Unfälle mit Personenschaden sowie 1.100 Todesopfer.

Der GDV verweist auch auf Erfahrungen im Ausland. In Großbritannien sei den Berichten zufolge die Zahl der Verkehrstoten um 400 und diejenige der Schwerverletzten um 3.000 gesunken. Selbst in den USA, wo ESP erst ab 2012 Pflicht wird, sei ein Rückgang der tödlichen Unfälle um 43 Prozent erreicht. ESP verhindere amerikanischen Studien zufolge vor allem Unfälle durch Überschlag ohne andere beteiligte Fahrzeuge, und zwar um 40 Prozent bei Pkw und sogar 73 Prozent bei Geländewagen.

 
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