| Brisanz der Pflegebedürftigkeit wird verdrängt |
|
|
|
| News - Latest News | |||
| Dienstag, 11 März 2008 | |||
|
Die bisherige geringe individuelle Vorsorge für den Fall der Pflegebedürftigkeit kann zu hohen Belastungen der Allgemeinheit führen. (verpd) Ein Krankenversicherer hat untersucht, wie sich die immer älter werdende Gesellschaft auf die vermutliche Situation der Pflege in Deutschland auswirken wird. Wesentliche Faktoren werden sein, dass es einerseits bis zum Jahr 2020 einerseits weniger familiäre Pflege geben wird und andererseits die Zahl der professionellen Fachkräfte nicht ausreichen wird.Die Verfasser der Studie gehen davon aus, dass der finanzielle Aufwand für stationäre Pflegeleistungen von gut 26 Milliarden Euro im Jahr 2006 auf 37 Milliarden in 2020 steigen wird. Dies hängt auch damit zusammen, dass das Pflegerisiko proportional zum Lebensalter steigt. Wachsende FinanzierungslückenTrotz der vorgesehenen Anhebung der Leistungen in den Pflegestufen bis 2012 wird die Gesetzliche Pflegeversicherung mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten können, so dass die bereits bestehenden Finanzierungslücken zunehmen werden. Bisher haben aber nur 43,1 Prozent der Bundesbürger finanzielle Reserven für den Fall der Pflegebedürftigkeit angelegt. Besonders gering ist die Vorsorge vor allem in der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen und der über 60-Jährigen. Hier haben bisher 71 beziehungsweise 65 Prozent nichts speziell für die Pflege zurückgelegt. Regionale UnterschiedeDabei gibt es deutliche regionale Unterschiede. Während in den Regierungsbezirken Freiburg, Oberfranken und Oberbayern über 55 Prozent für den Fall der Pflegebedürftigkeit bereits vorgesorgt haben, sind es in Bremen, Darmstadt und Berlin nur etwas mehr als 30 Prozent.
Generell ist die Vorsorge in den ostdeutschen Bundesländern weniger ausgeprägt als im Westen. Das gilt auch, wenn nur die Gruppe der über 60-Jährigen betrachtet wird. Mit 13,6 Prozent bildet auch hier Bremen das Schlusslicht, Düsseldorf liegt mit knapp 82 Prozent an der Spitze. Verschiebung im OstenDie zunehmende Kopflastigkeit der Alterspyramide wird sich der Studie zufolge vor allem in den neuen Bundesländern auswirken. Im Bundesdurchschnitt wird der Anteil der über 60-Jährigen im Verhältnis zur Zahl der 16- bis 59-Jährigen von heute 29 Prozent auf 34 Prozent 2020 ansteigen. In den ostdeutschen Ländern wird der Anteil dagegen um und über 65 Prozent liegen, in Chemnitz und Dessau sogar bei 75 Prozent. Zusammen mit der unterdurchschnittlich hohen Eigenvorsorge wird dies voraussichtlich dazu führen, dass die Sozialhaushalte dieser Regierungsbezirke überproportional belastet werden, bei gleichzeitig sinkenden Steuereinnahmen insbesondere in den ländlich strukturierten Gebieten. |
|||
| < zurück | weiter > |
|---|
Home 





