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Beamte fürchten Pensionskürzungen und Dienstunfähigkeit PDF Drucken E-Mail
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Dienstag, 11 März 2008

Auch Beamte sorgen sich zunehmend um ihre Alterssicherung und die finanziellen Folgen einer Dienstunfähigkeit.

(verpd) Nach der Absenkung des Höchstversorgungs-Satzes von 75 Prozent auf 71,75 Prozent fürchten Beamte in der Zukunft weitere Abschläge. Entsprechend steigt die Erkenntnis, dass Eigenvorsorge not tut, wie aus dem „Branchenbarometer Beamte“ hervorgeht, dass das F.A.Z.-Institut mit einem Finanzdienstleister erstellt hat.

Heute schon drohen erhebliche Versorgungslücken im Falle einer Dienstunfähigkeit, was aber vor allem noch von vielen Landesbediensteten unterschätzt wird – insbesondere von Lehrerinnen und Lehrern.

Neues Dienstrecht für Beamte

Vor kurzem hat das Bundeskabinett ein Gesetz zur Neuordnung und Modernisierung des Dienstrechts für die Bundesbeamten verabschiedet. Eine entsprechende Reform für die Landes- und Kommunalbeamten soll bald folgen.


Dabei sollen die Bundesländer einen größeren Gestaltungsspielraum bezüglich der Laufbahnen, der Besoldung und der Versorgung für die Landesbeamten erhalten. Ziel der Reform ist eine Modernisierung des Laufbahnrechts, eine stärker leistungsorientierte Besoldung, eine Anpassung des Pensionsniveaus und eine Förderung der Mobilität der Beamten.

Leistungsgerecht

Auf Basis einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Beamten zeigt sich, dass nahezu 80 Prozent eine stärkere Leistungsorientierung befürworten. So sollten Beförderungen vorrangig von Leistungsaspekten abhängig gemacht werden.

Für den stellvertretenden Beamtenbund-Vorsitzenden Dieter Ondracek wurde allerdings mit der Föderalismusreform der falsche Weg eingeschlagen. So sei eine Zersplitterung und Regionalisierung von Dienstrecht und Besoldung für die Beamten beschlossen worden. Auch das im Gesetzgebungs-Verfahren befindliche Dienstrechts-Neuordnungsgesetz bleibe hinter den Erwartungen zurück, sagte Ondracek.

Zu viele junge Beamte ignorieren Demografie

Durch die Beamtenrechts-Reformen befürchten 72 Prozent aller befragten Beamten künftig geringere Pensionseinnahmen, zumal durch die demografische Entwicklung den öffentlichen Kassen massive Pensionszahlungen drohen. Rückstellungen gab es hierfür nicht. Auf Bundes- und Länderebene sollen jetzt für Neueinstellungen Kapitalrücklagen gebildet werden.

Jüngere Beamte sind aber offenbar nicht so pessimistisch oder schlicht ungenügend informiert. In der Altersklasse bis 29 Jahre glauben nur 57 Prozent an sinkende Pensionen. 27 Prozent rechnen mit einem konstant hohen Niveau und sieben Prozent gehen sogar von höheren Altersleistungen für sich aus.

Dagegen macht sich in der Gruppe der 30- bis 44-Jährigen die Gewissheit breit, dass sie ein rückläufiges Pensions-Niveau durch private Altersvorsorge kompensieren müssen. Diese Gruppe rechnet auch zu 80 Prozent mit Pensionseinbußen im Alter.

Beamte setzen auf privaten Vermögensaufbau

Angesichts der Zukunftsperspektiven steht für eine Mehrheit der Beamten (63 Prozent) der private Vermögensaufbau an erster Stelle. Fast jeder Zweite (47 Prozent) will aber auch kapitalgedeckt für das Alter vorsorgen und etwa ebenso viele (46 Prozent) wollen in naher Zukunft eine Lebensversicherung abschließen.

Eine starke Nachfrage unter Beamten (39 Prozent) lässt sich auch für Krankenzusatz-Versicherungen erkennen, da eine Kürzung der Beihilfen zur privaten Krankenversicherung befürchtet wird.

Und jeder dritte Bedienstete (34 Prozent) will in den kommenden drei Jahren eine Dienstunfähigkeits-Versicherung abschließen, da hier besonders hohe Deckungslücken entstehen können. Den Umfrageergebnissen zufolge hinken hier die Lehrer hinterher, obwohl ihr Berufsstand den größten Anteil an Dienstunfähigen ausweist.

 
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