| Berufshaftpflicht für Steuerberater wird teurer |
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| News - Neues aus der Versicherungswelt | |
| Montag, 16 Juli 2007 | |
Warum die Steuerberaterzunft für die obligatorische Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung derzeit tiefer in die Tasche greifen muss.(verpd) Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (WP) sind gesetzlich zum Abschluss einer Berufshaftpflicht-Versicherung verpflichtet. Neuerdings werden die für sie bereitgestellten Deckungskapazitäten jedoch teurer und vor allem knapp. Gründe dafür sind steigende Schadenzahlen sowie ein EU-Kartellverfahren gegen die „Versicherungsstelle Wiesbaden”. Weite Teile der Steuerberaterzunft schliddern selbst in ein zunehmendes Haftungsproblem, beklagt Dr. Ferdinand Rüchard, Vorstandsvorsitzender der Ecovis AG Steuerberatungs-Gesellschaft. Insbesondere kleinere Kanzleien gerieten dadurch in existenzielle Bedrängnis. Im Visier der KartellwächterUrsächlich dafür sei einerseits eine Verknappung bei den Deckungskapazitäten für die gesetzliche vorgeschriebene Berufshaftpflicht-Versicherung der Steuerberater und WP in Höhe von mindestens einer Million Euro. Andererseits müsse der Berufsstand in jüngster Zeit eine deutliche Verteuerung der Prämien hinnehmen. Letzteres ist laut Rüchard eine Konsequenz steigender Schadenquoten, da die Mandaten, aber auch Dritte wie beispielsweise Banken immer häufiger Haftungsansprüche geltend machten – insbesondere dann, wenn bei einem Konflikt mit den Finanzbehörden auch nur der Anflug eines Verdachts auf einen Beratungsfehler aufkomme. Die Kapazitätsverknappung sei dagegen nicht zuletzt auf ein vor einigen Monaten eingeleitetes Kartellverfahren zurückzuführen. Wenige Anbieter am MarktDas richtet sich laut Rüchard gegen die in Wiesbaden ansässige „Versicherungsstelle für das wirtschaftliche Prüfungs- und Treuhandwesen”. Die besteht schon seit rund 80 Jahren wird kurz auch „Versicherungsstelle Wiesbaden” genannt. In diesem in der Öffentlichkeit bisher weitgehend unbekannten Pool haben sich die vier wichtigsten unter den insgesamt zehn Versicherern zusammengefunden, die solche Deckungen in Deutschland überhaupt anbieten. Mehr sind es nach Angaben der öffentlich-rechtlichen Wirtschaftprüferkammer nicht. Indirekt getroffen durch das Eingreifen der Kartellbehörden sind nach Angaben des Ecovis-Chefs vor allem kleinere und mittlere Steuerberater- und WP-Gesellschaften, aus denen auch sein Unternehmen besteht. Für sie wachse sich die Zurückhaltung des Pools mehr und mehr zu einem existenziellen Problem aus. Versicherungsstelle Wiesbaden sieht keine ProblemeSeitens der Versicherungsstelle Wiesbaden wird dagegen auf Anfrage versichert, dass es wegen des Kartellverfahrens bisher zu keinerlei Kürzungen beim Versicherungsangebot gekommen sei. Außerdem betont man, dass es sich um ein reines Verwaltungsverfahren der Kartellbehörde mit dem Ziel der Auflösung des Pools handele, nicht aber um ein Bußgeldverfahren.
Schließlich, so zeigt sich der Sprecher des Pools überzeugt, gehe die Kartellbehörde bisher möglicherweise von falschen Vorstellungen über diesen ganz speziellen Markt aus. Der Ausgang des Verfahrens sei daher derzeit noch völlig offen. Selbst eine – aus seiner Sicht unwahrscheinliche – Auflösungsverfügung des Kartellamtes werde die Versicherungsstelle Wiesbaden jedoch keineswegs kampflos hinnehmen, sondern in diesem Fall gerichtlich dagegen vorgehen. |
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