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Für den Pflegefall vorsorgen PDF Drucken E-Mail
News - Neues aus der Versicherungswelt
Freitag, 29 Juni 2007

Wie es um das Vertrauen der Deutschen zur gesetzlichen und privaten Pflegeversicherung steht, zeigt eine aktuelle Umfrage.

(verpd) Das Vertrauen der Deutschen in die gesetzliche Pflegeversicherung ist alles andere als groß. Hätten sie die Wahl, würden mehr als drei Viertel lieber höhere Beiträge für eine private als für die gesetzliche Pflegeversicherung ausgeben.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Forsa im Auftrag der Initiative neue soziale Marktwirtschaft (INSM). Befragt wurden 1.000 Erwerbstätige im Alter zwischen 18 bis 50 Jahren.


Welchen Beitrag sind Sie bereit zu leisten?

Vor dem Hintergrund der laufenden Beratungen der großen Koalition zur Situation der gesetzlichen Pflegeversicherung wollte die INSM wissen, welchen Beitrag die Bundesbürger bereit wären zu leisten, um die mit großen Defiziten kämpfende Versicherung zu sanieren.

 

Das Ergebnis ist für die gesetzliche Versicherung geradezu vernichtend. Denn vor die Wahl gestellt, wären gerade mal 16 Prozent der Erwerbstätigen dazu bereit, höhere Beiträge in die gesetzliche Pflegeversicherung einzuzahlen. 77 Prozent hingegen würden ihr Geld lieber für eine private Pflegeversicherung ausgeben. Der Rest der Befragten hatte zu diesem Thema keine Meinung.

Signifikante Unterschiede zwischen Ost und West

Knapp zwei Drittel der Befragungsteilnehmer (65 Prozent) könnten damit leben, bis zu 20 Euro pro Monat zusätzlich zu investieren. Die übrigen lehnen eine zusätzliche Beitragszahlung ab (31 Prozent) oder wollen sich nicht äußern (4 Prozent).

Dabei gibt es einen signifikanten Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland. Während von den westdeutschen Erwerbstätigen 67 Prozent eine höhere Beitragsbelastung akzeptieren würden, sind es in Ostdeutschland nur 56 Prozent.

Hintergrund

Die Pflegelücke beläuft sich nach Angaben der INSM schon jetzt auf acht Milliarden Euro. Sie soll sich bei der derzeitigen demografischen Entwicklung bis zum Jahr 2030 auf 16 Milliarden Euro verdoppelt haben.

Einher geht der Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen von heute 2,1 Millionen auf schätzungsweise 3,5 Millionen im Jahr 2035.

Warum private Vorsorge nötig ist

Die gesetzliche Absicherung für den Pflegefall ist bereits derzeit lückenhaft und deckt durchschnittlich nur rund die Hälfte der tatsächlich anfallenden Pflegekosten.

Bei ambulanter Pflege fehlen monatlich im Durchschnitt mehr als 400 Euro in Pflegestufe I und bis zu 1.900 Euro in Pflegestufe III.

Bei einem wie in der Studie geschätzten Anstieg der Pflegelücke und der Pflegebedürftigen ist hier nach Expertenmeinung nicht mit einer Verbesserungen bei den Leistungen zu rechnen.

Individuelle Versorgungslücke

Wie groß die eigene Versorgungslücke tatsächlich ist, hängt vom Einzelfall ab. Wer den eigenen Bedarf ermitteln will, sollte auf die Hilfe von Versicherungsfachleuten zurückgreifen.

Diese helfen bei der Bedarfsermittlung und der Auswahl der individuell passenden Vorsorge für den Fall der Pflegebedürftigkeit.

 
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